Die Amazonen und Alexander der Große


Museo Archeologico Nazionale, Napoli

Ein letztes Mal begegnen uns die Amazonen in der Geschichte im Zusammenhang mit Alexander dem Großen. Und diesmal handelt die Geschichte endlich einmal nicht von Mord und Totschlag, sondern von der Liebe!


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Hier berichtet Diodorus Siculus:

Als Alexander nach Hyrcania zurückkehrte, kam zu ihm die Königin der Amazonen mit Namen Thallestris, die das Land beherrschte zwischen den Flüssen Phasis und Thermodon. Sie war erstaunlich in ihrer Schönheit und Körperkraft und wegen ihrer Tapferkeit von ihren Landsmänninnen bewundert. Sie hatte ihre Hauptstreitmacht an der Grenze zu Hyrcania zurückgelassen und war mit einer Eskorte von 300 Amazonen in voller Ausrüstung erschienen.

(Wenn wir glauben, dass Thallestris und ihre Amazonen existierten und von Alexander gehört hatten, ist es keine unüberwindbare Schwierigkeit anzunehmen, dass sie vom Thermodon am Schwarzen Meer durch die Täler der Flüsse Phasis und Cyrus und entlang des Kaspischen Meeres kamen. Sie hätten dann das zuvor unterworfene Gebiet der Mardi durchquert und hätten Alexander in Hyrcania erreicht.)

Er hatte sich in seinen Leistungen als hervorragender Mann erwiesen und sie war allen Frauen an Stärke und Mut überlegen, so dass anzunehmen war, dass die Frucht der Verbindung solch überragender Eltern alle Sterblichen an Größe übertreffen würde. Dies erfreute den König und er erfüllte ihren Wunsch und wohnte ihr bei dreizehn Tage. Danach ehrte er sie mit schönen Geschenken und sandte sie heim.

Leider stellte sich der erhoffte Erfolg dieser Begegnung nicht ein. Thallestris starb wenig später im Kampf gegen einen Nachbarstamm.